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Nach der Gründung der Stadtwerke Tornesch bis heute

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(vom 25.09.2020)

1995 werden nach einer etwa zwei Jahre dauernden politischen Diskussionsphase die Stadtwerke in Tornesch gegründet (Teil 1). Das kommunale Unternehmen soll die Versorgung mit Strom, Wärme, Wasser und Gas übernehmen. Doch es gilt auch nach der Gründung Hürden zu nehmen.

Mit der Gründung der Stadtwerke Tornesch hat der kommunale Versorger bereits einen Partner mit im Boot, die Hamburger Gaswerke (HeinGas). Doch als die Stadtwerke Tornesch die offizielle Gründung mit allen Versorgungsteilen vollziehen will, verweigert der für Schleswig-Holstein zuständige überregionale Stromversorger Schleswag zunächst die Zustimmung. Der Versorger sieht Tornesch nach wie vor als sein Konzessionsgebiet an. Denn der 1996 von Tornesch nicht verlängerte Konzessionsvertrag lief ja bis zu einer Einigung automatisch weiter.

Es folgten zwei Jahre zähen Ringens, um einerseits die Stromversorgung in kommunale Hände zu bekommen und andererseits die Schleswag zu einer finanziellen Beteiligung an den Stadtwerken zu bewegen. Druck kam schließlich auch von der Landesregierung. Die Landkreise als Miteigentümer der Schleswag fürchteten, dass das Tornescher Modell Schule machen und die Wirtschaftlichkeit der Schleswag in Frage stellen könnte.

Doppelter Gewinn: Schleswag wird Partner

Nach langen Verhandlungen mit der Schleswag ist diese 1998 bereit, sich an den Tornescher Stadtwerken zu beteiligen. Für die Stadtwerke ist das ein doppelter Gewinn. Denn der Versorger beteiligt sich nicht nur finanziell, sondern entsendet zwei Vorstände in den Aufsichtsrat und stattet den jungen Kommunalbetrieb mit Wissen über die Stromversorgung aus.

Das war nicht zuletzt auch deswegen von Vorteil, weil sich mit der seit 1998 stattfindenden Liberalisierung des Strommarktes die Verhältnisse komplett änderten. Bis 1998 erfolgte die Strom­preisbildung beim Wirtschaftsministerium gewissermaßen auf Zuruf durch die Schleswag. Städte und Gemeinden forderten dann mit dem Argument, gleiche Verhältnisse in Stadt und Land herstellen zu wollen, die gleichen Preise – und bekamen sie auch. Das bedeutete einfach kalkulier­bare Gewinne, weil der Strom bis zur Liberalisierung nur bei dem jeweilig konzessionierten örtlichen Anbieter gekauft werden konnte. Die Liberalisierung des Strommarktes bedeutet zunächst, dass Netzbetrieb und Vermarktung getrennt werden. Neue Mitbewerber betreten nun den Markt, die Gewinnspannen für die Stromversorger sinken. Doch es werden noch viele weitere organisatorische Veränderungen ausgelöst, die zeigen, wie sich der kommunale Anbieter an den Markt anpassen musste.

Zusätzlich zum Stromnetz besitzt die Schleswag zu diesem Zeitpunkt auch noch die Wärme­versor­gung, für die stattliche 3 Millionen Euro Ablösung gefordert werden. Als die Tornescher die betriebswirtschaftlichen Zahlen nachrechnen, kommen sie auf einen wesentlich geringeren Gewinn als die Schleswag. Diese muss schließlich der Tornescher Kalkulation Recht geben und die Stadtwerke erreichen eine Halbierung des Kaufpreises der Wärmesparte.

Tornesch: Geburtsstätte für die EON Hanse

Heingas und Schleswag sind seit 1998 Partner der Tornescher Stadtwerke. Jeweils zwei Vorstände entsenden die Unternehmen in den Aufsichtsrat. Hier entstehen offenbar die ersten Gespräche zwischen Heingas und Schleswag, die schließlich zu Verhandlungen über eine Zusammenlegung des Gas- und Stromunternehmens führen. Roland Krügel, Bürgermeister und Geschäftsführer der Stadtwerke, sieht sich daher – mit einem Schmunzeln im Gesicht – als Geburtshelfer der schließlich am 1. September 2003 erfolgten Fusion. Während es auf der einen Seite im Energiesektor zu einer Fusion kommt, entsteht mit der Service Plus ein weiterer Partner für die kommunalen Werke in Tornesch, auf den verschiedene Aufgaben übertragen werden.

Neuer Partner und Dienstleister: Service Plus GmbH

Die Service Plus GmbH hat sich mit ihrem neuen Dienstleistungsgeschäft während der Strom-Liberalisierung formiert. Hatte sich das Vorgänger-Unternehmen zunächst als Dienstleister für Abfallwirtschafts­gesellschaften in fünf Kreisen Schleswig-Holsteins etabliert, weitete das Unternehmen nun sein Geschäft auf andere Energieversorgungs-Unternehmen aus. So gehörten seit 2004 zunächst IT-Leistungen und seit den 2010er Jahren auch kaufmännische Leistungen zum Angebot. Die Service Plus GmbH ergänzte schließlich noch seinen Kompetenzbereich. Als die EON Hanse ihr Geschäft auf Kraftwerke verlagerte, gingen die Beteiligungen an den Tornescher Stadtwerken und weiteren kommunalen Versorgern auf die Service Plus GmbH über.

Quo vadis, Stadtwerke?

Konnten bis in die 1990er Jahre viele kommunale Unternehmen das gesamte Feld der Versorgung und Verwaltung alleine wirtschaftlich bestreiten, stehen heute die Zeichen auf Kooperation. Die Aufgaben und Anforderungen sind durch Liberalisierung des Strommarktes, aber auch durch die Energiewende, komplexer geworden, so dass gemeinsame Dienstleister wie die Service Plus für kommunale Werke eine konsequente Antwort auf die heutigen Herausforderungen sind.

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