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Als die Straßenbeleuchtung nach Tornesch kam

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(vom 05.09.2019)

Wer was auf sich hielt, konnte seit 1906 in Esingen, Ahrenlohe oder Tornesch sein Haus mit elektrischem Licht ausstatten. Die öffentliche Beleuchtung musste in diesen Orten jedoch noch über 20 Jahre warten.

Straßenlaterne am Bahnhof Tornesch um 1930

Schon seit 1909 hatte der Bürgerverein mehrfach darauf gedrungen, die Wege und Straßen öffentlich zu beleuchten. Doch die Angebote der Uetersener Gaswerke wie auch des privaten Esinger Elektrizitätswerks Staack fanden bei der Gemeindevertretung keine Zustimmung.

Auch in den nächsten Jahren hatte die Gemeinde andere Prioritäten. So beschloss die Gemeindevertretung 1916 den Verkauf des Esinger E-Werks an den Pinneberger Unternehmer Johann Metzger. Dieser hatte 1912 in Pinneberg bereits ein E-Werk errichtet, das den Ort versorgte. Man erhoffte sich damit eine Bündelung der Kräfte und günstigere Preise.

In Kraft trat der Verkauf jedoch erst ein halbes Jahr nach dem Ende des Ersten Weltkriegs. Es sollte dann noch einmal bis Mitte Januar 1920 dauern, bis der Strom schließlich aus Pinneberg floss. Und noch etwas hatte sich geändert: wurde vorher in Tornesch Gleichstrom geliefert, wurde nun auf Drehstrom umgestellt, weil letzterer für die Übertragung über größere Strecken schneller und verlustfreier war.  Nur sechs Jahre später verkaufte Johann Metzger sein Werk an die Überlandzentrale Pinneberg.


 Die Überlandzentrale war eine Idee des Landrates von Tondern, Friedrich Rogge, die er 1912 in der Denkschrift „Versorgung der Provinz Schleswig-Holsteins mit elektrischer Energie“ darlegte.

Damit auch abgelegene Landstriche mit Strom zu erschwinglichen Preisen versorgt werden konnten, sollte ein Monopol aufgebaut werden: „Die Überlandzentrale muß in der Zukunft diejenige Kraftzentrale sein, die einzig und allein für Versorgung der Landwirtschaft und des platten Landes überhaupt mit elektrischer Energie in Frage kommen kann”. Das traf in der Regel den Nerv vieler Kommunen, in denen die öffentliche Stromversorgung in der Regel ein Zuschussbetrieb war.
1928 stellte eine Reihe Esinger Bürger erneut einen Antrag auf öffentliche Straßenbeleuchtung. Hatten doch Nachbargemeinden wie Rellingen, Halstenbek und Quickborn schon längst diese großstädtische Errungenschaft.


Doch die Gemeindevertretung stand der Beleuchtung noch immer ablehnend gegenüber, weil sie für die drei Ortsteile Ahrenlohe, Esingen und Tornesch keine gesicherte Finanzierung sah. Erst als sich Einwohner vom Ortsteil Tornesch bereit erklärten, eine höhere Steuerbelastung für das elektrische Licht zu tragen, kam Bewegung in die Sache.

So kam es, dass 13 elektrische Laternen geplant wurden und bereits im Winter 1928/1929  leuchteten. Damit übersprang man in der Provinz die Entwicklung der öffentlichen Beleuchtung, die in Großstädten zunächst Öl-, Gas- und dann erst elektrische Laternen kannte. Der Kontrast konnte kaum stärker sein. Wo – wenn nicht der Mond die Nacht erhellte – auf öffentlichen Wegen Finsternis herrschte, setzten nun elektrische Laternen Lichtpunkte durch die Nacht.

Tipp: Erkunden Sie die Geschichte des elektrischen Stroms im Elektro-Museum Rendsburg

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